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Aufrecht gehen
Das Fest
Das große Nichts
Die Hügel von Rahbja
Die kleine Kneipe
Die Rose
Erinnerung
Fünf Minuten vor Zwölf
Gaby wartet im Park
Heut Abend hab ich Kopfweh
Ich gehör nur mir
Ich war noch niemals in
  New York

Ich will alles
Ihr von morgen
Jedes Körnchen Sand
Jetzt erst recht
Lebenslänglich
Ohne dich schlaf ich heut
  Nacht nicht ein

Sehnsucht ist unheilbar
Stillbare Sehnsucht
Stimmen im Wind
Vor dem Winter
Zwei weiße Wolken
Zwischen zwei Gefühlen
 
 
Jetzt erst recht
Gitte Haenning, 1987
 

Jeder Baum, sagst du mir,
lässt vom Wind sich biegen
Weil du siehst,
dass ich mich nicht biegen möchte
Ohne Flügel, sagst du,
soll man nicht mehr fliegen
Aber ich sag: Jetzt erst recht

Wenn ich abgestürzt bin, steh ich auf
Und steig noch mal hinauf
Grade jetzt und jetzt erst recht

Wer sich fügt, sagst du,
dem kann nichts passieren
Und der Karpfen lebt besser als der Hecht
Wer verlorn hat, meinst du,
soll nichts mehr riskieren
Aber ich mein: Jetzt erst recht

Lieber träumen als immer schlafen
Lieber Wolf als Schaf unter Schafen
Lieber Federn lassen als kriechen
Grade stehn – jetzt erst recht
Lieber etwas tun als erleiden
Lieber provoziern als vermeiden
Lieber sich verbrennen als kalt sein
Weiter gehen – jetzt erst recht

Schwäche muss, denkst du,
immer der Stärke weichen
Und wer gegen den Strom schwimmt,
dem geht es schlecht
Vor dem Sturm, sagst du,
muss man die Segel streichen
Aber ich sag: Jetzt erst recht

© Michael Kunze 1987
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