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Aufrecht gehen
Das Fest
Das große Nichts
Die Hügel von Rahbja
Die kleine Kneipe
Die Rose
Erinnerung
Fünf Minuten vor Zwölf
Gaby wartet im Park
Heut Abend hab ich Kopfweh
Ich gehör nur mir
Ich war noch niemals in
  New York

Ich will alles
Ihr von morgen
Jedes Körnchen Sand
Jetzt erst recht
Lebenslänglich
Ohne dich schlaf ich heut
  Nacht nicht ein

Sehnsucht ist unheilbar
Stillbare Sehnsucht
Stimmen im Wind
Vor dem Winter
Zwei weiße Wolken
Zwischen zwei Gefühlen
 
 
Ich will alles
Gitte Haenning, 1982
 

Jetzt leb ich jeden Tag aus
Jetzt trink ich jedes Glas leer
Ich will nicht viel, ich will mehr
Jetzt bin ich frei und will alles
Ich lerne Spanisch und Bridge
Ich spiele Schach und Klavier
Ich kämpf, gewinn und verlier
Und geb nicht auf – ich will alles

Ich sage nie mehr vielleicht
Ich schrei hinaus, was ich fühl
Und setze alles aufs Spiel
Ich will mehr – Ich will mehr
Ich will alles

Nie mehr bescheiden und stumm
Nie mehr betrogen und dumm
Nein
Ich will alles
Ich will alles – und zwar sofort
Eh der letzte Traum
In mir zu Staub verdorrt
Ich will leben
Will mich geben – so wie ich bin
Und was mich
Kaputt macht – nehm ich nicht mehr hin

Niemand speist mich ab
Niemand macht mich satt
Zu lang hab ich verzichtet und
Mich klein gemacht

Ich will alles
Ich will alles – sperr mich nicht ein
Ich will nie mehr
Zu früh zufrieden sein

Ich baue Mauern aus Licht
Ich mache Wassser zu Wein
Ich fang den Augenblick ein
Denn ich bin frei und will alles

Ich will kein Zuschauer sein
Ich möchte lieber was tun
Und immer wissen, warum
Ich geb nicht nach – ich will alles

Ich will nie mehr was bereun
Will nicht gescheit sein, nur klug
Will nicht perfekt sein, nur gut
Ich will mehr – ich will mehr
Ich will alles

© Michael Kunze 1982
Kopieren verboten. Alle Rechte vorbehalten.