Aufrecht gehen
Das Fest
Das große Nichts
Die Hügel von Rahbja
Die kleine Kneipe
Die Rose
Erinnerung
Fünf Minuten vor Zwölf
Gaby wartet im Park
Heut Abend hab ich Kopfweh
Ich gehör nur mir
Ich war noch niemals in
  New York

Ich will alles
Ihr von morgen
Jedes Körnchen Sand
Jetzt erst recht
Lebenslänglich
Ohne dich schlaf ich heut
  Nacht nicht ein

Sehnsucht ist unheilbar
Stillbare Sehnsucht
Stimmen im Wind
Vor dem Winter
Zwei weiße Wolken
Zwischen zwei Gefühlen
 
 
Fünf Minuten vor Zwölf
Udo Jürgens, 1982
 

Und ich sah einen Wald
Wo man jetzt einen Flugplatz baut
Ich sah Regen wie Gift
Wo er hinfiel, da starb das Laub
Und ich sah einen Zaun
Wo es früher nur Freiheit gab
Ich sah grauen Beton
Wo vor kurzem die Wiese lag

Und ich sah einen Strand
Der ganz schwarz war von Öl und Teer
Und ich sah eine Stadt
In der zählte der Mensch nicht mehr
Doch ich sah auch ein Tal
Das voll blühender Bäume war
Einen einsamen See
Wie ein Spiegel, so hell und klar
Und ich sah auf die Uhr:
Fünf Minuten vor zwölf

Und ich sah eine Frau
Die erfror fast vor Einsamkeit
Und ich sag auch ein Kind
Für das hatten sie niemals Zeit
Und ich sah einen Mann
Der für Hoffnung und Frieden warb
Und ich sah wie er dann
Dafür durch eine Kugel starb
Doch ich sah auch den Freund
Der in schwerer Zeit zu mir stand
Ich sah einen, der gab
Einem Hilflosen seine Hand
Und ich sah auf die Uhr:
Fünf Minuten vor zwölf.

Ich sah Hass in den Augen
Blind wütenden Glauben
Sah die Liebe erfrieren
Sah die Sieger verlieren
Sah Bomben und Minen
Sah Schieber verdienen
Sah Klugschwätzer reden
Und Fanatiker töten

Doch ich sah auch die Angst
Die so viele zur Einsicht bringt
Jemand sagte zu mir
Dass die Zukunft grad jetzt beginnt
Und ich sah auf die Uhr:
Fünf Minuten vor zwölf

© Michael Kunze 1982
Kopieren verboten. Alle Rechte vorbehalten.