Die Erinn’rung singt Lieder
Wenn ich Beirut wie damals seh
Wenn ich träum, dass ich wieder
Durch die sonnigen Straßen geh
Die Erinn’rung schwebt leise
Über die Hügel von Rahbja
Wo die Magnolienbäume stehn
Durch die Licht fällt wie gold’nes Haar
Licht wie gold’nes Haar
Beirut war damals wie ein Garten
Ein bunter Fleck im Grau der Zeit
Der Friede war noch nicht ein Warten
Der Krieg damals noch so weit
Das Meer schien vor sich hin zu brüten
Wie eine Katze lag es da
Die Tage dufteten nach Blüten
Die Nächte waren groß und klar
Der Himmel war so nah
Dort auf den Hügeln von Rahbja |
Die Erinn’rung will sterben
Wenn ich dich auf dem Bildschirm seh
Ich erleb dein Verderben
Ohne dass ich den Sinn versteh
Die Erinn’rung verblutet
Während in dir das Unheil reift
Und entsetzt deine Kinder fliehn
Vor dem Hass, den kein Mensch begreift
Den niemand mehr begreift
Beirut hat heute viele Wunden
Von einem Feind, der sicht nicht zeigt
Es wird getreten und geschunden
Für einen Allah, der nur schweigt
Die Hoffnung flieht aus den Ruinen
Während die Welt sich weiterdreht
Und manche gut daran verdienen
Dass diese Stadt zugrunde geht
Der Himmel ist voll Rauch
Über den Hügeln von Rahbja
© Michael Kunze 1986
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