Die DramaMusicals

Es ist ja schön, dass hier eine Diskussion über Brecht angestoßen wurde. Und es ist ja auch interessant: Episches Theater und das Musical. Geht das überhaupt? Gerade bei TdV, wo die Kritik an der Gesellschaft usw. eigentlich recht offenliegend ist, erstaunt es mich immer wieder wie wenige Besucher (auch "Fans" die das Stück viele Male sehen) diese auch wahrnehmen. Stattdessen lassen sie sich von der Musik, der Liebesgeschichte, der Ausstattung und so weiter "einlullen". Durch wirkliche Verfremdungseffekte (Unterbrechung der Handlung, aus der Rolle tretende Schauspieler, spärliche Ausstattung, zeitgenössische (Text-)Elemente) etc. die die Zuschauer aus dem "Bann" lösen würden und eine Distanz zu Sarah, Alfred, Krolock und Co. gewinnen lassen würden, könnte das vielleicht verhindert werden. Wäre eine solche Inszenierungsweise für ein DramaMusical Ihrer Meinung nach möglich? Und wenn ja: sollte man das nicht einmal in "radikaler" Form ausprobieren?

Ja, das wäre sehr wünschenswert. Ich denke auch, dass das gemacht werden kann, wenn die Long-Run-Produktion ausläft und die Exklusivität der Produktion endet. Eine weniger "kommerzielle" Aufführung könnte zB den Zynismus der Vampire stärker herausarbeiten und die Sentimentalität (und das Selbstmitleid) Krolocks als Schauspielerei entlarven. 

Letzte Änderung der FAQ: 2012-02-25 21:22
Autor: Dr. Michael Kunze
Revision: 1.0

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