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Der Prozess Pappenheimer
 

Mit dieser rechtshistorischen Untersuchung des Prozesses gegen die Familie Pappenheimer im München des Jahres 1600 hat Michael Kunze promoviert.

Die Arbeit schildert den Ablauf eines sogenannten "Hexenprozesses" in allen Details, wobei es Kunze vor allem darauf ankommt, die Denkweise der agierenden Juristen darzustellen. Sie unterscheidet sich kaum von Argumentationslogik heutiger Rechtsverfahren.

An Hand des "Verbrechens der Hexerei" wird gezeigt, wie scheinbar "wissenschaftliche" Rechtsmethodik in die Irre gehen kann. Die Gelehrtheit wird zum Handlanger des staatlich betriebenen Mordes.

Es ist ein großer Irrtum, schreibt Kunze, die Hexenprozesse für ein Produkt des finsteren Mittelalters zu halten. Erst der "moderne Staat" und die "dogmatisierende Jurisprudenz" der Neuzeit haben die systematische Vernichtung Unschuldiger im Namen des Rechts möglich gemacht.